Die Entwicklungsziele der Seele

Entwicklungsziel – wo die Seele hin will

Nutzen des Archetypenwissens – auch in Führung und Coaching

Wir sprechen häufig von einer „Seele“ – doch haben die wenigsten eine klare Vorstellung davon, was das eigentlich ist. Ein umfassendes Modell einer seelischen Struktur bieten die Archetypen der Seele®. Aus 49 möglichen Komponenten bildet sich nach dieser Typologie für jedes Individuum eine 7-teilige Persönlichkeitsmatrix, die unsere Seele für ihr Wachstum nutzt. Und die Seele scheint dabei ein Entwicklungsziel zu haben!


Das Entwicklungsziel

Von allen 7 Matrixelementen hat das Entwicklungsziel meine Landkarte von dem, was persönliches Wachstum heißen könnte, am meisten erweitert. Bin ich bisher doch davon ausgegangen, dass alle Menschen das gleiche Ziel hätten: nämlich immer gelassener und liebevoller zu werden. Und nun erfahre ich von Zielen wie „Beschleunigen“ oder gar „Ablehnen“! (siehe Kasten )

Archetypische Entwicklungsziele

Entwicklungsziel – was bedeutet das überhaupt? Vielleicht für Sie überraschenderweise geht es hier nicht darum, sich im moralischen Sinne zu vervollkommnen. Eher geht es darum, Menschen möglichst viele unterschiedliche Erfahrungen zusammentragen zu lassen und dafür verschiedene Erkundungsräume und -bewegungen zu nutzen. Da die Gemeinschaft der Seelen alle Aspekte der Welt erfahren will, gilt es, sich in allen 3 räumlichen Dimensionen zu erproben. Und so ergibt sich als horizontale Bewegung nach hinten das Verzögern und nach vorne das Beschleunigen. Die abwägenden Seiten drücken sich in Ablehnen und Akzeptieren aus, und die Vertikale bestimmen Herrschen und Unterordnen. Neutraler Mittelpunkt ist das Stillstehen.

Zu abstrakt? Denken Sie an jemanden, der seit zig Jahren einer Tätigkeit im Archiv einer Verwaltung nachkommt, oder an jemanden, der sich mit einer Gehbehinderung auseinandersetzen muss. Seine Seele strebt als Ziel vielleicht die „Verzögerung“ an, bei der die Rückschau eine allzu schnelle Bewegung verhindert. So wird sein Handeln und Sein plötzlich neu schlüssig, wird verständlicher, warum jemand dort und so genau richtig ist.

Brisanter: Denken wir an einen Komapatienten. Wer weiß schon, was in solch einem Menschen vorgeht, was sein Geist, vor allem aber seine Seele dabei lernt. Wissen wir, dass es ein Entwicklungsziel „Stillstehen“ gibt, können wir wohl leichter annehmen, dass auch diese Art der Daseinsform sinnvoll ist. Dagegen sind viele Menschen, die umtriebig und viel unterwegs sind (wie z.B. wir Trainer) oder die ihre Heimat verlassen müssen, häufig mit „Beschleunigen“ unterwegs. Hier geht es der Seele darum, besonders viele unterschiedliche Erfahrungen zu machen, und das ist bei häufigen Wechseln leichter möglich.

Das Archetypenmodell als Coachingansatz

Welche Konsequenzen hat das z.B. für ein Führungskräftetraining oder ein Coaching? Hier ein Beispiel: Frau L. ist Chefin einer Werbeagentur, die sie mit großer Hingabe und viel Schwung führt. Sie hat eine neue Assistentin, mit der es immer wieder zu unterschwelligen Reibereien kommt. Frau L., die sich sonst gut durchsetzen kann, erlebt sich in Gegenwart ihrer Mitarbeiterin als eher schwach.

Frau L. kennt ihre Archetypen-Matrix und weiß, dass ihr Entwicklungsziel „Unterordnen“ ist – eigentlich ein stimmiges Ziel für Führungskräfte, die durch diese 3er, also Krieger-Energie ihrer Aufgabe besonders hingebungsvoll dienen. Im Coaching arbeiten Frau L. und ich heraus, dass die Assistentin als Entwicklungsziel wahrscheinlich „Herrschen“ hat. Kein Wunder also, wenn Frau L. sich instinktiv dieser Königsenergie unterordnet: Denn wenn in schwierigen Begegnungen der Minus- und damit der Angstpol von Beiden angetriggert wird, trifft „Unterwerfung“ auf „Diktatur“ – klar, wie Konflikte dann ausgehen!

Vor diesem Hintergrund wird Frau L. noch klarer, woher ihre zeitweilige „Schwäche“ kommt und dass sie bei dieser Mitarbeiterin ihre Führungsposition besonders herausstellen muss, um akzeptiert zu werden. Bisher hatte sie eigenes „Sich-als-Führungskraft-herausstellen“ als unangemessen beurteilt – „Selbstverleugnung“ als das Hauptmerkmal ihres archetypischen Angstmusters hat diese Haltung gefördert. Die Erkenntnis, dass ihre Mitarbeiterin die weichere 3er-Energie oft nicht als Führung wahrnehmen kann, gibt Frau L. die innere Erlaubnis, stärker in ihre Kraft zu gehen. Nach ein paar Übungen, die ihre eigenen 7er-Energie-Ressourcen aktivieren, fällt ihr die Durchsetzungskraft entschieden leichter. Ergebnis: Die Mitarbeiterin beginnt zu folgen!

Das Entwicklungsziel als ständige persönliche Herausforderung

Ein anderer Klient, nennen wir ihn Herrn M., kommt mit der Klage, dass er in seiner Kommunikation immer wieder wie gegen Windmühlen gegen Andere angehen müsse. Bei vielen Gelegenheiten spüre er, dass ihm mit viel Skepsis und Vorbehalten gegenübergetreten wird – nun habe er beschlossen, dass er mit diesen Skeptikern nichts mehr zu tun haben wolle. Näheres Fragen zeigt, dass er sich mit dieser Entscheidung nicht wirklich wohl fühlt. Sein Wunsch: leichter in Kontakt zu sein.

Wir arbeiten im Coaching als Entwicklungsziel „Ablehnen“ heraus. Eltern, Herkunft, Hilfsangebote – all das hat Herr M. bisher in der Tat verurteilt und abgelehnt. Er ist sehr geübt darin, in Dingen die negativen Aspekte zu sehen und diese Haltung zu konservieren. Er hat also sein Ziel Ablehnen vor allem im Angstpol gelebt. Das hat als Folge gezeitigt, dass er häufig auch selbst Ablehnung erfuhr – typisch für dieses Ziel, diese Erfahrung sowohl in aktiver als auch passiver Variante zu leben, also sowohl aktiv angewandt bzw. an sich erfahren.

Entwicklungsziele als Thema annehmen und nutzen

Diese Erkenntnis ist für M. völlig schlüssig und lässt Erlebnisse in einem anderen Licht erscheinen. Besonders erleichternd ist für ihn dann auch, viele Situationen seines Lebens zu erarbeiten, in der (im Pluspol) seine Urteilskraft klar und brillant auf dem Punkt gewesen ist. Diesen Zustand machen wir durch Fokussing-Übungen bewusst und ankern ihn. So wird eine innere Orientierung möglich, die seiner Persönlichkeit und Entwicklungsbewegung gerecht wird.

Die Vorteile des Matrixwissens

Ihr Entwicklungsziel und auch die weitere Matrix Ihrer Seele zu kennen bedeutet also oft auch, sich anders zu bewerten und bewusst ausrichten zu können. Viele Verhaltensweisen, aber auch Erlebnisse bekommen vor diesem Hintergrund eine einleuchten de Färbung. Vor allem jedoch wird noch einmal deutlich werden, an welchen Stellen Ihr Angstmuster (siehe Beitrag „Mensch ängstige dich nicht!“ ) die Entfaltung Ihres Entwicklungsziels bremst. Aus diesem Ansatz ergeben sich für Sie ganz neue Möglichkeiten !

Sie wollen selbst über ein Coaching auf Basis der Archetypen nachdenken?

Informieren Sie sich doch über meine beiden Angebote des Archetypencoachings oder der Matrix-Beratung. Meine über 10 jährige Erfahrung mit diesem Format kommt Ihnen dabei zugute – und die vielen positiven und dankbaren Teilnehmerstimmen belegen das. Gehen Sie in Kontakt!  Oder schauen Sie auf meine Homepage zur Persönlichkeitsentwicklung.

Literaturempfehlung

Dr. Varda Hasselmann, Frank Schmolke, Die Archetypen der Seele, Goldmann-Verlag 2010 (Neuauflage)

Marion Lockert, Trainerin für Entfaltung von Führungskraft und Persönlichkeit, NLP-Lehr-Coach, ist Leiterin des „TT-Forschungskreises Archetypen der Seele – Spiritualität im Business“. Seit 24 Jahren intensiv mit diesem Modell verbunden, wird sie zudem von Hasselmann/Schmolke persönlich als Matrix-Aufstellerin empfohlen. Sie bietet außerdem Archetypen-Coachings und Archetypen-Seminare an.

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