Vater-Sohn-Konflikt aus seelischer Sicht

Vater und Sohn – eine besondere Beziehung.

Erst recht, wenn die beiden nicht zusammenleben, und noch einmal potenziert, wenn das Kind mitten in der Pubertät steckt. Und so fragte der Vater nach einer medialen Beratung, um mehr Klarheit zu bekommen darüber, wie mit einer ganz speziellen Situation umzugehen ist.

Der Hintergrund war folgender: Der Sohn hatte Haschkekse gebacken und dem Vater ohne dessen Wissen angeboten. Dieser erlitt daraufhin einen körperlichen Schock. Da der Sohn danach keinerlei Einsicht zeigte, hier über eine Grenze gegangen zu sein, zeigte der Vater seinen Sohn beim Jugendamt an. Daraufhin brach das Kind den Kontakt ab.

Hier der Ablauf der Sitzung.

Soprana:
Ja ja, Aloha, ja, wir begrüßen euch. Wir sagen guten Tag und hallo.

Klient:
Ich frage für mich, X, Seelen-Rolle des Priesters auf dem Weg der Sehnsucht mit den Ängsten Ungeduld und Selbstverleugnung, Ziel Akzeptieren mit Modus Beobachtung, Pragmatiker, motorisch, intellektuell, Seelenalter Reif sieben.

Und für meinen Sohn Y, Priester auf dem Weg des Wissens mit Selbstsabotage und Selbstverleugnung, der Entwicklungsziel des Beschleunigens, Modus Zurückhaltung, Idealist, intellektuell, motorisch, Seelenalter Alt vier.

Mein Sohn hat den Kontakt zu mir als seinem Vater abgebrochen, nachdem er mich mit verabreichten Rauschmitteln geschädigt hat (und sich nun keiner Auseinandersetzung stellen will). Er scheint wütend auf mich zu sein und missgünstig meine Person betreffend und wird immer mehr zum Sprachrohr seiner Mutter. Ich akzeptiere seinen Wunsch, erstmal nicht mehr mit mir in Kontakt zu sein, bin aber zutiefst enttäuscht und verletzt und suche einen Weg, wie ich mit der Situation und dem möglichen dauerhaften Verlust umgehen soll.

Meine Frage an euch, liebe Quelle: Laut meiner Botschaft ist es wichtig für mich, meine Grenzen zu ziehen und durchzusetzen. Welche Funktion im Sinne unseres Wachstums hat der Kontaktabbruch meines Sohnes Y mir gegenüber und wie gehe ich damit um?

Dieser Kontaktabbruch, lieber X, stellt für euch beide eine Zäsur in eurer Beziehung dar und bringt etwas Klares und Sichtbares in eure Beziehung, die euch beiden die Möglichkeit zur Findung und Sammlung und Klärung bietet.

Für dich war es wichtig, die Nuancen auszuloten zwischen Selbstliebe und Liebe, und auch an die Bereiche zu rühren, wo Liebe in Klarheit ausgedrückt wird und wo sie sich in Strenge wandelt, wie weit Grenzen nützlich und förderlich sind und wie weit sie trennend und separierend wirken.

Dieser Prozess ist noch lange nicht zu Ende in dir. Du stehst am Anfang mit diesem Experiment und du tust gut daran, dir auch die schmerzhaften Momente fühlbar zu machen, sie nicht wegzudrücken, nicht so zu tun, als wenn nichts wäre, weil du dann auch dir gegenüber in eine Strenge gehst, die hart macht und nicht klar.

Überhaupt ist der Unterschied zwischen Klarheit und Härte ein wesentlicher, wenn es darum geht, Grenzen zu ziehen und Grenzen zu setzen. Diese Unterschiede zwischen Strenge und Härte können nur erfühlt werden. Diese Unterschiede können nicht intellektuell erkundet werden, nicht durch Definitionen gefunden werden, sondern nur durch Nachspüren und Hinspüren und auch den dadurch ausgelösten Kummer und die Sehnsucht erfühlt werden.

Und so hast du die Möglichkeit herauszufinden, wie sich Klarheit und Liebe miteinander verbinden können. Das ist umso wichtiger, als dass die Verbindungen zwischen diesen beiden Parametern euch so widersprüchlich erscheinen.

Und wir sagen: Auch das lässt sich miteinander verbinden. Es braucht aber ein weites Herz. Es braucht einen inneren Raum, in dem vieles gleichzeitig Platz haben darf. Und nur dadurch kannst du auch erkennen, wann du eine Grenze setzt: Nur aus dem, was ihr Vernunft nennt, verkennt in dem Augenblick, dass diese Art Vernunft, diese Art vernünftig sein, auf Normen und Regeln und Setzungen basiert, die euren eigenen Moden unterliegen, auch wenn ihr so tut, als handele es sich um etwas Allgemeingültiges und Ewigwährendes. Das tut ihr, um euch besser daran festhalten zu können und um eine Rechtfertigung zu spüren. Rechtfertigung im Sinne von einer vermeintlichen Gewissheit des Richtigseins. Klugseins. Starkseins. All das sind Kriterien, die für euch Menschen wichtig sind. Und so sind sie auch wichtig zu erkunden.

Und verstehe uns richtig, dass wir all das, was in diesem Rahmen, in diesem Prozess geschieht, auch an Übertreibungen und Untertreibungen, an Verzerrungen, nicht für schlecht halten, da das wichtige Schritte und wichtige Komponenten sind auf dem Weg zur Verbindung von Klarheit und Liebe.

Wer Regeln aufstellt, tut gut daran, auch zu wissen, wann und wie diese Regeln gebrochen werden müssen. Eine Regel, die nicht gebrochen werden darf, ist keine Regel, sondern ein Gesetz. Und ein Gesetz ist etwas, was gesetzt ist. Das bedeutet: abgekoppelt von dem, was Fühlen und Liebe ist.

Dein Sohn Y hat mit dem Verabreichen der Droge eine interessante Mischung gefunden aus sich mit dir verbinden und dich bestrafen. Ihm ist das nicht bewusst. Es ist jedoch die Zeit, er ist an einem Punkt seiner Mannwerdung, an dem seine Sehnsucht nach dir, nach deinem Vatersein besonders groß ist. Und gleichzeitig weiß etwas in ihm, dass er sich von der verdrehten Sehnsucht und auch verdrehten Wut, die er dir gegenüber empfindet, befreien muss. Dieser Prozess löst in ihm große Verwirrung aus.

Und so, da er sich über seine eigenen Gefühle so sehr im Unklaren ist, braucht er Taten, die ihn wieder ins Fühlen bringen können, weil sie Konsequenzen erzeugen, die ihn wiederum in sein Fühlen hineinstoßen.

Er ist in Verwirrung, er ist wie in einem Taumel und er ist voller Schmerz, weil das und weil der, an dem er sich eigentlich festhalten will, von dem er sich stützen lassen möchte, einem Verbot unterliegt. Wir sagten, dass diese Tat auch der Versuch gewesen ist, auf einer bestimmten Ebene eine Verbindung zum Wir herzustellen, nämlich auf einer Ebene, die jenseits der Vernunft liegt, da Cannabis, zumal die Sorte, die ihr benutzt habt, nicht förderlich ist für sogenannte vernünftige und logische Gedankengänge, sondern eher das Fühlige, das Schräge, das Unerklärliche anfacht.

Das war der Ort, an dem er sich mit dir treffen wollte, an dem er auch versucht hat, eine abstrakte Art und Weise der Verbindung eurer vergangenen Familienkonstellation zu erreichen, so wie er ersehnt und doch weiß, dass es nicht erreichbar ist. Er will rütteln. Er will aufrütteln und er will an Türen rütteln, um zu prüfen, was dahinter liegt. Und er muss es tun auf eine Art und Weise, die nicht im Denken liegt, sondern im Erleben und Fühlen. Und gleichzeitig kostet es ihm seine ganze Kraft. Dieses zarte Wesen wirft sich ganz hinein in dieses, auf diese Art zum Scheitern verurteilte Experiment. Und das muss sein.

Es wird etwas sein, von dem er weiß, dass er es zur Zeit von sich und von dir so brauchte. Und es wird eine Zeit geben, zu dem er es bereut, aber die ist noch nicht gekommen. Und du kannst es in diesem Moment, in dieser Phase des Geschehens nicht von ihm erwarten, weil es etwas ist, was nicht gefordert werden kann.

Ein Bereuen, das gefordert wird, kann nie ein echtes sein. Ein Bereuen kann nur etwas sein, zu dem man sich selbst hin bewegt. Ein Erfordern des Bereuens wird eher das Gegenteil bewirken. Denn um sich selbst würdig zu fühlen, muss man sich dann dem entgegenstellen. Ja.

Hast du dazu noch weitere Fragen?

 

Ja. Soll ich denn selbst versuchen, in der einen oder anderen Form mit ihm in Kontakt zu bleiben, oder soll ich gänzlich abwarten, bis er kommt?

Das Wesentliche, was du tun kannst, ist etwas, was zunächst nur dich selbst angeht. In die Liebe zu Y zu gehen, deine Öffnung ihm gegenüber zu spüren, egal was er tut, egal wie er ist. So gut wie möglich bedingungslos zu lieben und dieses Gefühl zuzulassen, auch wenn es Dinge gibt, die du begrenzen musst. Eben dieses Lieben und Begrenzen, Selbstliebe und Begrenzung, ist für euch beide wichtig.

Wir schlagen vor, dass du manchmal, wenn du wirklich gerade in diesem Gefühl der Liebe zu ihm bist, dieser Liebe, in der alles Raum hat, die keine Bedingungen stellt (und es gibt kleine Momente, in denen du das spüren kannst), in einem solchen Moment kannst du ihm schreiben: Ich liebe dich. Nicht mehr. Keine Erklärung, keine Begründung, keine Frage. Denn das ist ja das Wesentliche eurer Beziehung zueinander. Und wenn du es schreibst, erwarte keine Antwort.

Wenn dir gelingt, in diesem Zustand zu sein, in diesem Fühlen zu sein, es ihn durch dieses kleine Zeichen wissen zu lassen, dass er sich anschließen kann an dieses Gefühl, dass er sich wehren kann gegen dieses Gefühl, dass er dagegen kämpfen kann und in dem Kampf seine große Sehnsucht zu dir spürt. Das ist seine wesentliche Aufgabe in dieser Zeit.

Danke.

Gehe immer davon aus, dass er dich liebt und du ihn. Gleichgültig was ist. Trage das in deinem Herzen und in deinem Sinn. Ohne dass es besondere Konsequenzen haben muss. Ohne Gründe, ohne Rechtfertigungen, ohne Folgen.

Gerne.

Du bist mutig, dich dieser Situation zu stellen. Und es hilft dir vielleicht, dich daran zu erinnern, dass sie in Nuancen auch etwas wiederholt, was du mit dir und an dir selbst kennst und vielleicht auch noch ein wenig mehr Heilung selbst dadurch vollziehen kannst. Auch das ist ein Teil des Liebesdienstes, den Y an dir tut. Das kann ihm in seinem Umfeld sonst noch hilflich sein.

 

Was meinst du mit seinem Umfeld? In meiner Familie stellt sich dieselbe Frage. Wie ist es mit dem Kontakt zu halten? Was kann ihm gut tun? Wie ist mit der Situation umzugehen?

Jeder möge das tun, wonach ihm ist. Am besten in Momenten, in denen das Herz weit ist. Alle möglichen Gefühle dürfen sein, alle möglichen Gefühle, auch die, die unangemessen scheinen, sind besser, als ein Sichunterordnen unter Gesetze. Solange ein Gefühl echt ist, hat es die Kraft, Gutes zu bewirken.

In dem Moment, in dem es aus einem äußeren Erwarten, Verlangen, Schein heraus passiert, dient es dir dazu, die Erfahrung zu machen, dass diese Art nicht zur Liebe führen kann.

 

Ich möchte noch eine abschließende Frage stellen. Ich selbst muss womöglich Ende des Jahres nach Asien reisen oder umziehen für fast ein halbes Jahr. Und habe denn Sorge, dass genau in der Zeit vielleicht die Wiederaufnahme des Kontakts stattfindet und ich nicht da bin. Nicht recht weiß soll ich das annehmen oder nicht?

Vertraue darauf, dass, welche Entscheidung du auch immer triffst, eine Fügung entstehen kann, die Gutes beinhaltet. Du weißt nicht, was in einem Jahr sein wird. Also musst du eine Entscheidung treffen, die eine Entscheidung für dich ist. Und ob er dann gerade zu dieser Zeit bereit wäre oder dir folgt oder wartet oder du alles wieder rückgängig machst oder, oder, oder, oder, oder, kannst du jetzt nicht wissen. Also kümmere dich nicht darum.

Ja. Keine weiteren Fragen mehr. Vielen Dank.

Wir schauen auf dich. Wir danken dir und sagen bye bye.

 

Soweit die Sitzung.

Wie immer – falls du selbst Fragen hast, die durch eine spirituelle Betrachtung mehr Klarheit und Tiefe bekäme: Auch du kannst deine Themen von Soprana , meiner kausalen Quelle, gespiegelt bekommen. Nimm einfach Kontakt zu mir auf, klicke hier!

Wenn du mehr über meine mediale Arbeit wissen willst oder sogar selbst darin ausgebildet werden möchtest, dann schaue hier auf meine Homepage.

Herzlich grüßt dich
Marion

 

 

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Marion Lockert

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