Mensch, ängstige dich nicht!

Archetypischen Urängsten konstruktiv begegnen

Zu unserer „Matrix“ – dem energetischen Fingerabdruck und Grundcharakter unserer Seele – gehört nach dem Persönlichkeitsmodell der „Archetypen der Seele®“ auch ein Angstmuster, genauer gesagt zwei Urängste. Was heißt denn das? Und wofür soll das bloß sinnvoll sein? Dieser Artikel erklärt es.

Was bedeutet Urangst?

Bei den Urängsten des Archetypischen geht es nicht um Alltagsängste wie die Furcht vor Dunkelheit oder Abneigungen gegen Spinnen oder Sorgen über die Zukunft. Die kommen aus der Psyche und haben häufig eine Schutzfunktion. Die archetypischen Urängste dagegen gehen tiefer und sind Teil unserer seelischen Grundpersönlichkeit.

Der Sinn der Angst

Als Teil unserer Matrix sind die Urängste also Merkmale tief sitzender, existenzieller und zu unserer Persönlichkeit gewordener Denk- und Fühlcharakteristika. Sie bleiben unser ganzes Leben lang aktiv, wir können sie also auch nicht vollständig auflösen.

Denn sie erfüllen einen wichtigen Sinn: Unsere Seele ist ja hier, um Erfahrungen zu sammeln und das „Menschsein“ in all seinen Facetten auszuloten. Und auch unser Angstmuster trägt dazu bei, wertvolle Erfahrungen zu machen, beziehen sich alle sieben Urängste doch auf zentrale Bedingtheiten des Irdischen. Und was für Psyche und Körper unangenehm und bedrohlich ist, kann trotzdem (oder deswegen) dem seelischen Wachstum dienlich sein.

Ihr weiterer Sinn scheint in etwas Wichtigem zu liegen, was ich in hunderten  archetypischer Matrixaufstellungen gesehen habe: Sobald das Ich sich von seiner archetypischen Grundenergie, der Energie seiner Seelenrolle durchdringen lässt und sie ganz annimmt, werden die Ängste still und friedlich, sagen: „Das war doch alles, was wir wollten!“ Unsere Ängste führen uns also indirekt zu uns selbst.

Die Ur-Angstmuster und ihre Merkmale

Bild 7 Urängste

Sieben Urängste stehen uns „zur Wahl“. Unsere Seele wählt sich zwei davon, damit sie zu unserer seelischen, geistigen und psychischen Entwicklung beitragen.

Zu unserem archetypischem Urangstmuster gehören eine

  • Haupt-Urangst (die eher im beruflichen oder öffentlichem Kontext wirksam ist) und eine
  • Nebenangst (in nahen und intimen Beziehungen).

Ich weiß nicht, wie es bei Ihnen ist – ich jedenfalls rede sehr viel mit mir. (Und das mal mehr, mal weniger wertschätzend ;-).) Wissenschaftler haben ermittelt, dass Menschen in der Regel ca. 6000-mal am Tag mit sich selbst im gedanklichen inneren Dialog sind. Innere Angst-Stimmen sprechen in sieben verschiedenen „Sprachen“. Jede hat ihr eigenes Thema und ihre spezifische Art und Weise, uns den Garaus zu machen. Denn alle sieben sind gleich schrecklich (nur die der anderen scheinen leichter zu sein 😉), alle sieben sind existenzielle, ja in ihrem Grunde Todesängste.

Und zwei dieser unterschiedlichen inneren Stimmen kombiniert ergeben Ihr individuelles Angstmuster. Wie reden Sie also mit sich?

Die 7 Urängste
1. Die Urangst vor Unzulänglichkeit
– die sich im Merkmal der Selbstverleugnung äußert:

Bild selbstverleugnungDas Leben birgt existenzielle Herausforderungen. Um dem Leben erfolgreich begegnen zu können, braucht es Kompetenz – Lebenskompetenz. Es braucht Größe und Stärke, es braucht Verteidigung und Standhalten.

Selbstverleugnung nun will Ihnen einreden, dass Sie über all das nicht genügend verfügen, also unzulänglich sind. Also eigentlich nicht wirklich lebenstüchtig sind.

Geht es Ihnen oft so, dass Sie sich mit anderen vergleichen – und „natürlich“ dabei in Ihren Gedanken schlecht abschneiden? Fällt es Ihnen schwer, Lob anzunehmen und haben schnell das Gefühl, sich lieber im Hintergrund halten zu w(s)ollen? Dann könnte diese Urangst bei Ihnen wirksam sein.

Selbstverleugnung flüstert Ihnen ein: Nimm dich nicht so wichtig! Denn sie ist ja eine Energie 1, also zum Heiler gehörig. Der dient. Und nimmt sich zurück. Als Urangst lässt sie uns unser Potential, unsere Kraft, unsere Größe und Kompetenz herabsetzen. Sie verleugnet unsere Kompetenz, unsere ganz eigene Schönheit. Selbstverleugner empfinden sich in vielen Momenten als eine Art Hochstapler und fürchten, dass ihnen auf die Schliche gekommen wird und sich endgültig herausstellt, dass sie in Wirklichkeit nur heiße Luft produzierten. Und dann natürlich abgelehnt werden. So geben sie sich lieber bescheiden. Denn sie sehen ihr Potential tatsächlich nicht.

Der Selbstverleugner sehnt sich nach Geliebt- und Angenommenwerden und versucht das durch Bescheidenheit oder Unterwürfigkeit zu fördern. Gute Tricks, denn wenn er sich klein macht, erwartet auch niemand von ihm, genügend Stärke zu besitzen. Und vielleicht fordert das dann das Leben nicht so sehr heraus, mit ihm in Auseinandersetzung zu gehen, die er ja sowieso verlieren würde. Selbstverleugner  sind die Perfektionisten unter uns, weil sie gelernt haben: Höchstens, wenn du dich wirklich sehr anstrengst, wirst du gesehen und akzeptiert und kannst es schaffen. Aber gut genug kann es nie sein!

Drei Grundtypen dieser Urangst vor Unzulänglichkeit gibt es:

  • Das Mauerblümchen – grau, unscheinbar und still. Kann sich nicht spüren
  • Die Gute Seele – sie glaubt an das Gute in der Welt und blendet das Böse aus. Bescheiden und lieb fühlt sie sich unfähig, sich zu wehren
  • Das fleißige Lieschen – unermüdlich am Werk. Will dafür gelobt werden – und wenn es geschieht, kann es das nicht nehmen

Und – etwas wiedererkannt?

2. Die Urangst vor Lebendigkeit – die sich in Selbstsabotage äußert:

Bild SelbstsabotageHaben Sie häufig Sätze im Kopf wie: Freue dich bloß nicht zu früh! Den Vogel, der morgens noch singt, holt abends die Katz!? Na ja, vielleicht sprechen Sie das nicht wörtlich so, doch die Selbstsaboteurin findet Möglichkeiten, es nie zu schön werden zu lassen. Sie kann Glück schwer genießen, sieht sie doch immer schon ein schlimmes Ende voraus. Auch die Fröhlichkeit anderer ist ihr suspekt, und so sorgt sie mit einem Stimmungskiller-Spruch zur rechten Zeit für den „gewünschten“ Energieabfall. Es ist, als wenn Sie einem bunten, prall gefüllten Luftballon mit einer Nadel die Luft rauslassen. In seiner Angst pendelt die Selbstsaboteurin zwischen selbstzerstörend und aufopfernd.

Sie meinen, Lebendigkeit könne doch nicht bedrohlich sein? Doch doch! Denn einmal freigesetzt und ausgelebt lässt sie sich nicht kontrollieren. Und die dann folgende Enttäuschung lässt die eigene Energie so allzu hart. Deshalb boykottiert sich die Selbstsaboteurin lieber schon vorab.

Sie tut das, indem sie Schönes schlechtredet, stets die Schattenseiten der Dinge im Blick hat. Der Selbstsaboteurin fährt die Bahn vor der Nase weg, sie ruiniert sich das neue Kleid, sie vergisst die wichtige Verabredung… , „rechtzeitig“ Schlüssel verliert, Gegenstände kaputtmacht… die Selbstsabotage ist, als Energie 2, der Künstlerenergie, äußerst kreativ. Was sie alles „ersinnt“, um sich und anderen die Freude zu verderben – eine Legion von Filmen handelt nur davon!

Drei Grundtypen dieser Urangst vor Lebendigkeit gibt es:

  • Der Spielverderber – auch die anderen sollen nicht fröhlich und unbeschwert sein, wollen sie sich selbst und ihn nicht durch Lebensfreude gefährden
  • Der Griesgram – grummelig und ewig schlecht gelaunt, sieht er in allem die unangenehme Seite
  • Der Trauerkloß – er kann dem Leben keine Freude abgewinnen und will Mitleid. Ihm geht es niemals gut. Der depressive und suchtgefährdete Typ

Und, kennen Sie da wen?

3. Die Urangst vor Wertlosigkeit – die sich in Märtyrertum äußert:

Bild MärtyrertumAnders als der Selbstverleugner, der seine (Lebens-)Kompetenz anzweifelt, spricht sich der Märtyrer seinen grundsätzlichen Wert als Mensch ab. Er lädt sich ein Vielfaches an Arbeit und Leid auf, weil er sich unbewusst dadurch erhofft, als wertvoller zu gelten. Leiden adelt eben. Er opfert sich auf und fühlt sich häufig schuldig, auch wenn er es gar nicht ist. So sichert er sich die Berechtigung, einen Platz in der Welt zu haben. In  seiner Angst pendelt der Märtyrer zwischen selbstbestrafend und selbstlos.

Wenn allerdings die Schuld-Last zu groß wird, projizieren sie sie gerne auch auf andere. Nun sind die anderen also „Schuld“ an allem, aber saaaagen würde der Märtyrer natürlich niiiiie etwas, wenn die anderen ihn schlecht behandeln. (Was für eine günstige Disposition für Mobbing.) Die passive Form von Aggressivität, die das beinhaltet, nimmt der Märtyrer häufig gar nicht wahr.

Märtyrer haben also viel mit eigenem Unglück zu tun und reden häufig davon, wieviel sie leiden. Auch Krankheiten sind dafür willkommen. So opfern sie sich für andere auf und schuften sich den Buckel krumm – was komischerweise keiner einem dankt!

Verharren Sie allzu lange in eigentlich unguten Lebenssituationen aus, die andere schon längst verlassen hätten? Nehmen Sie Schlechtbehandlung hin, ohne sich zu wehren? Dann könnte die Urangst vor Wertlosigkeit zu Ihnen gehören.

Drei Grundtypen dieser Urangst vor Wertlosigkeit gibt es:

  • Der Sündenbock – tiefe Schuldgefühle plagen ihn, ist er doch für alles Leid der Welt verantwortlich. Und er bietet sich als Opfer geradezu an
  • Das Sonnenscheinchen – ihm geht es immer gut, auch wenn ihm das Leid aus den Ohren quillt. Denn es will niemanden belasten
  • Das Tapfere Schneiderlein – todesmutig stellt es sich dem Kampf gegen alles, keine Last ist ihm zu groß. Er generiert seinen Wert aus seiner übermenschlichen Stärke
4. Die Urangst vor Unberechenbarkeit – die sich in Starrsinn äußert:

Bild StarrsinnDer Starrsinn ist die Angst, die man nicht spürt. Denn vor lauter Befürchtungen, dass die Unwägbarkeiten des Lebens ihm den Boden unter den Füßen wegziehen, macht die Starrsinnige sich unbewusst starr.

Dabei hält sie sich selbst für besonders flexibel. Stimmt auch – so lange eine Veränderung von ihr selbst ausgeht, ist ja auch alles in Ordnung. Doch wehe, andere ändern kurzfristig Pläne, kommen spontan zu Besuch, möchten eine schnelle Meinungsänderung – auf jeden Wechsel von außen möchte sie sich einstellen können. So reist sie – metaphorisch gesprochen – gerne mit ihrem eigenen Kopfkissen. Kennen Sie von sich?

Der Mensch mit der Angst vor Unberechenbarkeit verlässt sich eben auch am liebsten auf sich selbst. Denn bei den anderen weiß man nie.

Die Angst vor Unberechenbarkeit und Veränderung führt auch dazu, dass Dinge in der nahen Umgebung gerne so gelassen werden, wie sie sind. Also auch Arbeitsbereiche, Aufgaben, Regeln, Moden, Verhältnisse – der Starrsinnige liebt die Kontinuität. In ihrer Angst pendelt die Starrsinnige zwischen verbissen und entschlossen. Und wenn Veränderung schon sein muss, dann zack zack, Augen zu und durch!

Vor allem fürchtet sie, von Menschen verlassen zu werden – das ist häufig ein frühes Trauma in ihrer Biographie, zu der auch Krankenhausaufenthalte als Säugling gehören können. Ihre Gefühle hält sie gerne genau so fest wie alles andere – achten Sie einmal auf Menschen, die bei Sprechen die Zähne zusammenhalten. Da könnte es gut sein, dass eine deren Ängste der Starrsinn ist.

Drei Grundtypen dieser Urangst vor Unberechenbarkeit gibt es:

  • Der Autonome – er braucht nichts und niemanden!
  • Der Sturkopf – nichts darf sich ändern! Nie! Bei ihm nicht und bei anderen nicht!
  • Der Überlebenskünstler – keine Veränderung kann ihm was anhaben: „Ick bin all da!“ Ohne Gefühle zu spüren glaubt er sich unverwundbar

Was mir auffiel: Verwaltungen, selbst notwendigerweise tendenziell langsam und  beharrend, sind ein Magnet für Starrsinnige. Die dann Arbeitsabläufe noch weiter verlangsamen. Weil sie faul wären? Oh nein. Es hat zu tun mit den vielen Entscheidungen, die gefällt werden müssen. Denn die sollen ja auch lange halten!

5. Die Urangst vor Mangel – die sich in Gier äußert:

Bild GierSie wissen, dass unsere Glaubenssätze und Überzeugungen unsere Wahrnehmung prägen. Der Gierige hat die Befürchtung, dass es im Grunde von allem zu wenig gibt – jedenfalls zu wenig für IHN. Ob es Geld ist oder Nahrung, Abenteuer oder Wissen, Zuwendung oder Sport: Die Gier kann sich auf alles Mögliche beziehen.

Die Angst mit der Energiezahl 5, also der Weisenenergie, ist ein Quell der interessantesten Überlegungen – stellen Sie sich zum Beispiel vor, Sie stünden im Drogeriemarkt. Da flötet es in Ihrem Kopf: „Du hast das Meeting gerade wirklich gut gewuppt. Da ist eigentlich eine Belohnung dran. Nein, es muss ja nichts Großes sein. Aber da gibt es doch diese zauberhafte Lippenstiftfarbe. Und man weiß ja, dass die Firmen ihre Serien oft verändern. Zu Hause hast du nur noch drei in Reserve – und die hier sind im Angebot. Da solltest du unbedingt zugreifen! Am besten gleich das Doppelpack!!!“ Das machen Sie doch dann gerne – wenn Sie Gier haben. In seiner Angst pendelt der Gierige zwischen unersättlich und selbstzufrieden.

Gier ist in unserer Kultur verpönt. Deswegen hat es der Gierige besonders schwer, seine Angst anzunehmen und sich nicht für sie zu schämen. Doch leider führt eine Unterdrückung der Gier eher dazu, dass sie sich verstärkt! Eine besondere Variante der Gier ist das Umschlagen in ihr Gegenteil, die Askese. Denn wenn ich meine, gar nichts zu brauchen, kann mir der (befürchtet) drohende Mangel nichts anhaben. Ganz schön clever von der Gier, was?

Drei Grundtypen dieser Urangst vor Mangel gibt es:

  • Der Vielfraß – er kann von allem nicht genug bekommen und denkt immer an noch mehr
  • Der Geizhals – er muss für schlechte Zeiten sparen. Materielles und überhaupt. Und er muss sein Hab und Gut verstecken, damit niemand es ihm nimmt
  • Der Habenichts – er braucht gar nichts! So kann ihm der Mangel nichts anhaben. Askese als Rettung.
6. Die Urangst vor Verletzbarkeit – die sich in Hochmut äußert:

Bild HochmutDie Hochmütigen sind tatsächlich oft zart besaitet und empfindsam, gegen Lärm, gegen zu viele Menschen, vor allem aber dagegen, (in ihrem Gefühl) missachtet und missverstanden zu werden. Da kommen andere ihm physisch und emotional oft zu nahe, seine Grenzen sind schnell überschritten.

Ungerechtigkeiten und Verletzungen merkt sich die Hochmütige lange, schließlich muss sie dafür sorgen, dass es in Zukunft nicht mehr passiert. Und so ist verbaler Angriff oft ihre beste Verteidigung. Oder sie taucht ab in die innere oder weltliche Emigration. In ihrer Angst pendelt sie zwischen stolz und selbstgefällig.

Viele Menschen, die sich als Hochsensible bezeichnen, haben diese Angst vor Verletzbarkeit. Und sie spüren in der Tat überdimensional feinsinnig „negative Schwingungen“ als physische Pein. Die (scheinbare) Lösung, die die Hochmütige unbewusst wählt: Um von anderen nicht verletzt werden zu können, geht sie aus der Schusslinie – und zwar nach oben. Sie erhöht sich also, macht die anderen klein und entgeht scheinbar dadurch den Angriffen: Für Kontakt unerreichbar und distanziert – und einsam.

Drei Grundtypen dieser Urangst vor Verletztwerden gibt es:

  • Der Hochnäsige – er glaubt sich allen überlegen, und dadurch in Sicherheit
  • Der Racheengel – er vergisst nie! Und pflegt seine Wunden, bis der Zeitpunkt zum Zurückschlagen günstig ist
  • Das Sensibelchen – es ist stolz auf seine Zartheit. Die macht es anderen überlegen. Muss man mit so jemandem nicht besonders vorsichtig umgehen?

 

7. Die Urangst vor Versäumnis – die sich in Ungeduld äußert:

Bild Ungeduld„Meine Güte, dieser blöde Penner, der da mit lahmen 65 km/h vor mir herschleicht! Könnte der sich nicht endlich an der nächsten Kreuzung vom Acker machen?“ Das Kaffeewasser in den Automaten laufen lassen, und in der Zeit noch eben schnell die Zähne putzen, während man schon daran denkt, was alles in die Tasche zu packen ist… typisch Ungeduld. Am besten, so viele Dinge gleichzeitig erledigen wie möglich. In seiner Angst pendelt er zwischen waghalsig und unduldsam.

Effizienz ist dem Ungeduldigen alles. Denn er hat fast ständig das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben – 48 Stunden sollte ein Tag ja mindestens haben. Lange ToDo-Listen vermitteln die Illusion, dann auch mehr zu schaffen. Und wenn jemand Langsames oder Ineffektives den vollen Lauf blockiert, wenn das Gerät so elendig langsam lädt, wenn andere lang und breit drumrum reden – ja, dann kann der Ungeduldige in seiner Königsenergie schon ganz schon unwirsch werden. Und über Gebühr lospoltern.

Und eigentlich geht es um die unbewusste Angst, dass das Leben nicht ausreichen würde dafür, seinen Lebensplan zu erfüllen. Deswegen ist der Ungeduldige angstvoll meist in Gedanken in der Zukunft. Entspannung im Hier und Jetzt? Hölle schwere Aufgabe! Doch genau darin liegt eine Lösung: endlich aufgeben. Denn manche Dinge erledigen sich auch durch Zeitablauf….

Drei Grundtypen dieser Urangst vor Versäumnis gibt es:

  • Der Zappelphilipp – rastlos und unstet kann er nicht still sitzen und steckt mit seiner Nervosität auch andere an.
  • Der Rennfahrer – immer eilig, sucht er sein Heil in Effizienz. In seinem Zeitmanagement geht‘s um Sekunden
  • Der Scheintote – er ist ständig erschöpft, alles ist ihm zu viel. Er gibt es auf, alles zu bewältigen und stellt sich selbst tot
Konstruktive Umgangsweise mit den Ängsten

Woran merken Sie nun, ob ein Gedanke oder Verhalten Ur-Angst-motiviert ist? Sie handeln – und fühlen eine kurze Freude, vor  allem aber Erleichterung – wie immer, wenn man einer Urangst nachgibt. Eine scheinbare Entlastung des inneren Drucks, die nur leider nicht lange anhält. Denn es wurde ja nicht wirklich ein Bedürfnis gestillt, sondern eine Angst kompensiert. Und Ängste sind Fässer ohne Boden!

Aber auch diese Dinge gehören zu uns und unserer Seele, will sie doch die Ängste als Katalysatoren für inneres Wachstum nutzen. Deshalb sollen wir diese Ängste auch nicht „loswerden“ – aber balancieren können wir sie! Und das Wissen über sie hilft extrem dabei, uns selbst besser zu akzeptieren, schneller zu merken, wann wir wieder in Angst sind. Denn selten es gibt wirklich angstfreie Situationen in unserem Leben, nur haben wir uns schon so sehr daran gewöhnt, dass wir aber auch andere Menschen in unserer Umgebung zu verstehen und deren Verhalten einordnen zu können.

Doch das heißt nicht, dass wir uns von diesen Ängsten dominieren lassen müssen! Allein schon, sie als Ängste und nicht als die Realität zu erkennen, nach dem Motto: Glaube nicht alles, was du denkst! hilft enorm.

Und es gibt noch einige andere Möglichkeiten, einen konstruktiven Umgang mit ihnen zu finden. Ich verwende die Erkenntnisse für mich und meine Klienten zum Beispiel im Coaching oder in Seminaren. Auch im Bereich der Mitarbeiterführung ist dieses Wissen höchst effektiv.

Wenn Sie also tiefer eintauchen wollen in das Thema, lesen Sie in den Büchern weiter – oder buchen Sie individuelle Unterstützung durch mich! Kontakt über ml@marion-lockert-institut.de

Übrigens: Im August biete ich ein Ängste-Seminar an in Berlin. Näheres unter www.mli-spirit.de/termine

Sie wollen Genaueres über die Urängste wissen?

Lesen Sie

  • Hasselmann, Dr. Varda / Schmolke, Frank: Archetypen der Seele (Neuauflage), Goldmann Arkana, ISBN-10: 9783442219292
  • Hasselmann, Dr. Varda / Schmolke, Frank: Die 7 Archetypen der Angst, Goldmann Arkana, ISBN-10: 9783442218905
2 Responses
  1. Martin Bohnes

    Hallo Marion,

    Ich finde es echt klasse, wie präzise und verständlich du die umfangreichen Themen der Seelenkunde zusammenfassen kannst!

    1. Marion Lockert

      Lieber Martin,
      danke für das tolle Kompliment! Ich freue mich über weitere Besuche und Kommentare. Bald stehen hier noch weitere Artikel zu den Archetypen…
      Herzliche Grüße
      Marion

Leave a Reply

Blog abonnieren

Seminartermine

Die Kunst der Intuition & Medialität Teil 1

  • 05.11.2019 – 07.11.2019
  • ganztägig

LösungsAufstellungen

  • 09.11.2019 – 10.11.2019
  • ganztägig

InfoSeminar Welten der Seele

  • 13.12.2019
  • 16:00 – 19:30

Spirituelle Aufstellungen (Matrix)

  • 14.12.2019 – 15.12.2019
  • ganztägig

LösungsAufstellungen

  • 25.01.2019 – 26.01.2020
  • ganztägig

Die Kunst der Intuition & Medialität Teil 2

  • 04.02.2020 – 06.02.2020
  • ganztägig

InfoSeminar Welten der Seele

  • 14.02.2020
  • 16:00 – 19:30

Spirituelle Aufstellungen (Matrix)

  • 15.02.2019 – 16.02.2019
  • ganztägig